mehr zu theaterinstallation

mehr zur Theaterinstallation von Michael Wüst

Was heißt Theaterinstallation? Wir haben diesen etwas nebulös großräumigen Begriff gewählt, weil darin unser bei Gründung des Kunstvereins whiteBOX e.V. intendiertes Theaterkonzept hineinpasst. Grundsätzlich hatten wir in der whiteBOX davon auszugehen, dass die Mutter unserer Veranstaltungen die Bildende Kunst ist. Deshalb kommt ihr in unseren Theaterarbeiten ein anderer Stellenwert zu, als dies in der Hoftheatertradition von Oper und Sprechtheater der Fall ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass Bühnenbilder der klassischen Art keine Kunstwerke seien, vielmehr gehen wir bei unserer Subsidiarität der Kunstformen, dass nämlich Theater, Tanz und Konzert sich ins Benehmen einer Kunsthalle einzufügen haben, davon aus, dass wir zu anderen Ergebnissen kommen. Diesem Konzept hat sich Ditte Schupp in aufwendiger Weise mit ihrer Arbeit gewidmet. Drei Bildende Künstler, Sybille Loew, Bernhard Blank und Sven Kalb thematisieren, kommentieren und konterkarieren im unteren Stockwerk der whiteBOX das Theatersolo von Ditte Schupp. Innerhalb einer Ausstellung also räsoniert sie nun über des Menschen zweitliebstes Thema, will man Googlezugriffen glauben, den Tod. Weiterer Begleiter auf Liliths vermessener Styx-Gratwanderung ist Cornelia Kleyboldt mit ihren vielen, verschiedenen Flöten. Die Flöte, die nicht zu den apollinischen Instrumenten staatlicher und anderer Überich-Strukturen gehört, sondern zu den dionysischen, passt gut ins Feld des Erotischen, Zwielichtigen, Obszönen, - also des Todes?